Nistkasten – ein Zuhause für unsere gefiederten Freunde

Nistkasten - ein Zuhause für unsere gefiederten FreundeWäre es nicht schön, wenn im Garten die Vögel nicht nur Futter finden, sondern auch ihre Jungen großziehen würden? Diesem Wunsch sollte man stets nachkommen, nicht nur, weil man es, als Mensch, so schön findet, wenn der eigene Garten zur Kinderstube der Vögel umgestaltet wird. Es ist nämlich so, dass immer mehr Regionen bebaut werden, wodurch die Möglichkeiten zum Nisten immer geringer werden. Wer also Nistkästen aufhängt, gibt den Vögeln in der Umgebung eine tolle Gelegenheit, für Nachwuchs zu sorgen und somit die Art zu erhalten. Ein sehr wichtiges Vorgehen in der heute immer kleiner werdenden Welt der freilebenden Tiere.

Für kleine und für große Vögel

Nistkasten ist nicht gleich Nistkasten. Denn jede Vogelart hat so ihre Eigenheiten, was das Nest anbelangt. Der eine braucht eine Art runden Kobel, der andere etwas Längliches, das an das Innere eines Baumstammes erinnert. Für den nächsten darf es ganz klein sein, während der andere kleine Vogel doch ein wenig mehr Platz bevorzugt. So ist es für Sie als Gartenbesitzer wichtig, sich zum einen über die Vögel, die sich oft in Ihrem Garten aufhalten, zu informieren. Zum anderen gilt es, Informationen über das Nistverhalten und die benötigten Nistkästen einzuholen. Die handelsüblichen Nistkästen unterscheiden sich zum einen in der Größe und Form und letztlich in der Größe des Einflugsloches. Für die Vögel ist genau dieses oftmals entscheidend. Denn je kleiner der Vogel ist, desto eher hat er auch im Vogelreich Feinde. So sucht er sich Nistmöglichkeiten mit sehr kleinen Einflugslöchern, damit ihm niemand folgen kann. Auf diese Weise schützt er seine Jungen am effektivsten.

Welches Einflugsloch wird von welchem Vogel genutzt?

  • 32mm: Hier nehmen die großen Meisen, Haubenmeise und Kohlmeise, gerne Platz. Feld- und Haussperling, Trauerschnäpper, Wendehals, Gartenrotschwanz und Halsbandschnäpper nisten sich ebenfalls gerne hier ein. Ab und an kann man auch Fledermäuse durch dieses Einflugsloch einfliegen sehen. Doch für sie handelt es sich eher um einen Ruhe- oder Übernachtungsplatz. Als Kinderstube sind diese Nistkästen nicht geeignet für die Fledermaus.
  • 34mm: In Nistkästen mit dieser Einflugslochgröße finden wir die größeren Vögel wie Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper und Kleiber. Die kleineren Vogelarten können sich aber durchaus beim Bezug vordrängeln. Dann finden wir hier auch Sumpfmeisen, Blaumeisen, Tannenmeisen, Haubenmeisen und Kohlmeisen. Auch die Fledermaus nutzt den leeren Kasten manchmal.
  • 45mm: Trauerschnäpper und Kleiber nutzen diese Kästen gerne, weil sie den „erweiterten“ Raum als angenehm ansehen. Wer kann es ihnen verdenken? Doch vorrangig werden diese Nistkästen von Bund- und Mittelspechte, Wendehals und unsere geliebten Stare. Die Stare bevorzugen es übrigens, wenn man „ihren“ Nistkasten über Jahre an derselben Stelle belässt. Sie sind echte Gewohnheitstiere.
  • 80mm: Durch dieses große Einflugsloch finden die Hohltaube und die Dohle ihren Nistplatz. Auch den Wiedehopf finden wir in diesem Nistkasten. Doch Vorsicht – manchmal sind es die frechen Eichhörnchen, die sich durch das große Einflugsloch eingeladen fühlen. Schwarz-, Grau- und Grünspechte freuen sich ebenfalls über derart große Nistkästen.
  • 130mm: Sie wollten schon immer einem Waldkauz die Möglichkeit zum Nisten geben? Dann sollten Sie sich für einen Nistkasten mit diesem Einflugsloch entscheiden.


Wenn die Form des Nistkastens entscheidend ist

  • Die Halbhöhle: Bachstelze, Grauschnäpper und Hausrotschwanz sind Stammgäste in dieser Halbhöhle. Steht sie frei, ziehen auch gerne Rotkehlchen ein.
  • Die Zaunkönigkugel: Sie ist der Größe des Vogels angepasst und besitzt im optimalen Fall eine langezogene „Zunge“ über dem Einflugsloch. So ist es Katzen und Mardern nicht möglich, von oben einzudringen.
  • Mehlschwalbenkasten: Auch sie sind der natürlichen Form eines Schwalbennestes angepasst. So fühlen sie sich gleich wohler, die gefiederten Freunde.


Der Nistkasten und die Hygiene

Am besten werden die Nistkästen direkt nach der Brutsaison, spätestens Spätsommer gründlich gereinigt. Im Laufe des Sommers können sich Milben, Flöhe und Läuse einfinden. Denn Vögel tragen diese Parasiten eigentlich immer mit sich herum. Da ist es kein Wunder, wenn es sich einige von ihnen im Nistkasten bequem machen. Sollten Sie das Zeitfenster des Spätsommers verpassen, vertagen Sie die Reinigung bis Mitte / Ende Februar. Tragen Sie am besten feste Handschuhe und lang abschließende Ärmel. Anderenfalls könnte es durchaus dazu kommen, dass die Parasiten auf Sie überspringen. Das muss ja nicht sein, richtig? Zur Reinigung wird das alte Nest entfernt, der Kasten gründlich ausgebürstet und bei Bedarf mit einer milden Seifenlauge ausgewaschen. Handelt es sich um einen stärkeren Befall, kann man auch gerne einmal eine Ladung kochendes Wasser verwenden. Vorsichtig natürlich, damit Sie sich dabei nicht verletzen. Chemische Reinigungsmittel oder Insektensprays sollten nicht verwendet werden, da sie selbst nach dem Winter noch eine schädliche Wirkung auf die Vögel haben könnten.

Absolute Ruhezone im Sommer

Sobald die Brutzeit beginnt, sind Nistkästen für Sie tabu! Wenn Sie alle Nase lang in den Kasten schauen, um zu sehen, ob schon Eier da oder die Jungen geschlüpft sind, vertreiben Sie im schlimmsten Fall das Elternpaar. Das wäre natürlich fatal. Besorgen Sie sich rechtzeitig einen guten Feldstecher, ein gutes Fernglas, um die Nistkästen dennoch aus der „Nähe“ beobachten zu können. Dies ist übrigens auch für Kinder ein wunderbares Erlebnis, eine tolle Aufgabe.

Für die besonderen Vögel

Nicht nur die kleinen Vögel, die wir aus dem Garten kennen, benötigen Unterstützung, um einen geeigneten Nistplatz zu finden. Auch die größeren Vogelarten, etwa Eulen, Käuze und ähnliche benötigen in vielen Regionen zusätzlichen Nistraum. Hier ist jeder einzelne Haus- und / oder Gartenbesitzer gefragt. Dazu muss man sich natürlich die richtigen Fragen stellen: • Wo habe ich Platz im Garten oder am Haus, um einen Nistkasten aufzuhängen? • Wie groß können die Nistkästen an diesem Platz maximal sein? • Wie viele Nistkästen finden Platz in meinem Garten? Natürlich sind einige Mindestabstände zu beachten.

Nistkästen selber machen?

Es gibt viele Anleitungen, wie der Heimwerker seine Nistkästen selber bauen können. Natürliche Materialien wie Baumstamm-Stücke sind besonders gerne gesehen. Achten Sie aber immer darauf, dass eine Klappe installiert wird, die zum Reinigen des Kastens verwendet werden kann. Ebenso ist für ein regenfestes „Dach“ sowie einen Schutz vor Übergriffen von Katzen und Mardern zu sorgen. Auch für diese Anforderungen sind viele Ideen zu finden, die man je nach Örtlichkeit umsetzen sollte. Wir haben den Vögeln ihren Lebensraum genommen oder zumindest beschnitten. Sorgen wir dafür, dass sie wenigsten einen Teil davon wieder bekommen, indem wir ihnen Nistkästen anbieten.